Bald fein raus beim Feinstaub?

Österreichs Luftqualität hat sich erheblich verbessert

In Europa gehen die Luftschadstoffwerte seit Jahren nach unten, so auch in Österreich. Für den gesamten Kontinent zeigen die Auswertungen der Europäischen Umweltagentur (EUA) einen Rückgang bis zu 20 % im April 2020. Dies ist vor allem auf umwelt- und klimapolitische Maßnahmen zurückzuführen. Mit dem Null-Schadstoff-Ziel, das im Green Deal angekündigt wurde, will man alle Schadstoffe in Luft, Wasser und Boden auf Null reduzieren und so eine „schadstofffreie Umwelt“ erreichen.

Luftschadstoff Nummer 1

Feinstaub gilt als Luftschadstoff Nummer 1. In erster Linie wird er vom Verkehr (Dieselmotoren sowie Brems- und Reifenabrieb), von der Industrie (z.B. Bauwirtschaft), von Heizungen (Hausbrand in alten Öfen und Kesseln) sowie von der Landwirtschaft (Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen sowie Tierhaltung) verursacht. Betrachtet man den erstgenannten Hauptverursacher, ergibt sich seit 2000 ein deutlicher Rückgang der verkehrsbedingten Emissionen von Luftschadstoffen, z.B. von Stickstoffoxid (NO2), wie der aktuelle Report der EUA ergeben hat.

Laut vorläufiger Bilanz der Luftqualität des Umweltbundesamtes für das Jahr 2020 liegt beim Feinstaub PM10 die zweitniedrigste Belastung seit Beginn der Messungen im Jahr 2000 vor, bei NO2 und O3 (Ozon) die niedrigste Belastung seit 1990. Seit 2005 konnte PM10 sogar um fast 45 Prozent verringert werden. Nun wird auch bei der Verbrennung von festen Brennstoffen wie Holz oder Kohle ebenfalls Feinstaub freigesetzt – so ehrlich muss man sein. Aktuell werden nur 3,6% der Feinstaubemissionen PM 10 durch moderne Biomassekessel und 4,3% durch Öfen und Herde verursacht. Den Löwenanteil der Feinstaubemissionen (16% gesamt und mehr als 60% im Hausbrand) machen so genannte Allesbrenner, eine veraltete Bauform von Stückgutkesseln, aus, die dringend durch moderne Holzheizungen ersetzt werden sollten. Durch moderne Holzheizungen und ihre sachgemäßge Bedienung können bis zu 90 Prozent der Feinstaubemissionen vermieden werden.

Feinstaubschleuder Holzheizung?

Holzheizungen verursachen aktuell etwa ein Viertel der Feinstaubemissionen Österreichs.

Laut der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur (OLI) stammt der größte Anteil der Partikelemissionen von eben diesen Allesbrennern, die oftmals schon länger als 30 Jahre in Betrieb sind. Hier ist der Umstieg auf ein modernes Holzfeuerungssystem essentiell, denn im Gegensatz zu den veralteten Technologien sind diese eine saubere Sache.

Von 2001 bis 2019 wurden hierzulande 290.000 Biomasse-Zentralheizungen installiert. Im so genannten Hausbrand (Sektor Kleinverbrauch) sind seither die Feinstaubemissionen um über 20 Prozent zurückgegangen, seit Beginn der 90er Jahre sogar um ein Drittel. Dies liegt daran, dass moderne und optimierte Anlagen mit Umweltzeichen (von österreichischen Öfen- und Kessel-Herstellern) besser verbrennen und kaum Feinstaub ausstoßen.

Feinstaub-Zukunft

Und wie sieht die Feinstaub-Situation künftig aus? Neben dem Null-Schadstoff-Ziel, für das die EU-Kommission noch heuer einen Aktionsplan vorlegen will und in dem zahlreiche Möglichkeiten zur Eindämmung der Luftverunreinigung in Industrie und in der Mobilität enthalten sein sollen, gibt es auch ein positives Bild, was das Heizen mit Holz betrifft: „Das Feinstaub-Problem dürfte sich in absehbarer Zeit im wahrsten Sinn des Wortes in saubere Luft auflösen“, ist sich der BEST-Experte Christoph Schmidl sicher.