Store-Checker decken auf

 

(LK Steiermark, 03.11.2021) - Die Store-Checker der Landwirtschaftskammer haben das Brennholzsortiment der Baumärkte unter die Lupe genommen. Getestet wurden 15 Brennholzkisten von elf verschiedenen Baumärkten. Verkauft wird vorwiegend ausländisches Holz, das unzureichend deklariert ist. Die Store-Checker empfehlen den Kauf bei heimischen Waldbauern.

Unklare Herkunft

Die Herkunft des Brennholzes bleibt den Kunden vorenthalten. Denn eine Herkunftskennzeichnung gibt es bei keinem der getesteten Baumärkte. Erst auf Nachfrage bei den Baumarkt-Mitarbeitern erhält man teilweise Auskunft zur Herkunft. Verkauft wird vorwiegend Holz aus Osteuropa: Serbien, Kosovo, Bosnien, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien. Also teils Länder, die immer wieder für Schlagzeilen wegen illegalen Holzraubbaues sorgen.

Preise ziehen an

Das Baumarkt-Brennholz ist deutlich teurer als qualitativ hochwertiges Brennholz von heimischen Waldbauern. Einzelne Sortimente kosten im Baumarkt heuer um bis zu 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Durchschnittlich kostet ein Raummeter trockenes Buchenholz im Baumarkt 110 Euro. Selbst die halbtrockene Ware, die eigentlich noch ein Jahr gelagert werden müsste, kostet im Schnitt über 100 Euro – ohne Zustellung versteht sich.

Zustellkosten

Denn auch bei der Lieferung kommen noch ordentlich Kosten auf die Brennholzkäufer zu. Für die Zustellung von beispielsweise drei Kisten Brennholz bezahlt man je nach Baumarkt zwischen 50 und 120 Euro. Damit ergeben sich effektive Preise für das zugestellte Brennholz von teilweise über 150 Euro je Raummeter Brennholz.

Irreführende Deklaration

Die Deklarierungen bei den jeweiligen Holzkisten sind für den Laien kaum zu verstehen. So werden die Brennholzkisten gerne als „Brennholz Buche in Raummeterkiste Buche 0,9“ deklariert. Die Bezeichnung suggeriert unwissenden Konsumenten, dass sie einen Raummeter Holz erwerben. Tatsächlich erhalten sie aber lediglich 0,9 Raummeter. Im Test der Store-Checker entsprachen lediglich zwei der aus dem Ausland stammenden Brennholzgebinden dem üblichen Verkaufsmaß von einem Raummeter. Der Großteil der Brennholzkisten beinhaltet zwischen 0,85 und 0,9 Raummeter.

Teils schlechte Qualität

Positiv zu bewerten ist, dass die Baumärkte großteils Buchenhartholz verkaufen. 13 von 15 getesteten Brennholzkisten waren mit Buchenholz gefüllt. Eine als Buchenholz deklarierte Kiste enthielt auch andere Laubhölzer, wie Birken. Das ist eine eindeutige Täuschung der Kundinnen und Kunden und bei der Verwendung in Kaminöfen kann es zu unerwünscht starker Rußbildung kommen. Kritisch ist ebenso, dass Baumärkte zu nasses Brennholz vertreiben. Unter der Bezeichnung „halbtrockene Ware“ wird mehr als die Hälfte aller getesteten Holzsortimente mit einem Wassergehalt von bis zu 35 Prozent verkauft. Diese müssen von den Kundinnen und Kunden aber noch bis zu einem Jahr gelagert und getrocknet werden, bis es im Ofen verheizt werden kann. Wer dieses Holz direkt verheizt, riskiert neben starker Rußbildung sogar eventuelle Schäden am Kamin durch vom Kondensat verursachte Korrosion. 

Ein Lichtblick

Dass es auch anders geht, zeigt zumindest einer von elf getesteten Baumärkten, der im Raum Weiz liegt. Dort setzt man ausschließlich auf heimisches Brennholz von regionalen Waldbauern. Auch das übliche Verkaufsmaß von einem Raummeter wird eingehalten. Zudem war das angebotene Brennholzsortiment das günstigste im Test. Dieser Lichtblick zeigt, dass es für Baumärkte durchaus möglich wäre, auf heimisches Holz zu setzen. Es wäre eine Win-win- Situation für alle Beteiligten.

Ergebnis des Store-Checks

1. Ausländisches Holz. Baumärkte vertreiben großteils ausländisches Brennholz. Beim Store-Check kam es aus Serbien, Kosovo, Bosnien, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien. Nur einer von elf getesteten Baumärkten verkaufte regionales Brennholz vom Waldbauern.

2. Unerklärlicher Preisanstieg. Baumarkt-Brennholz ist bis zu 20 Prozent teurer als im Vorjahr. Durchschnittlich kostet ein Raummeter trockenes Holz 110 Euro. Halbtrockene Ware kostet über 100 Euro. Heimische Waldbauern sind deutlich günstiger, zumal sich der Brennholzpreis zum Vorjahr kaum verändert hat.

3. Verwirrende Mengenangaben. 85 Prozent der Brennholzkisten aus dem Ausland werden im Mengenmaß zwischen 0,85 und 0,9 Raummeter angeboten. Das übliche Mengenmaß für Brennholz ist ein Raummeter. Das ist eine zusätzliche Preisfalle für Konsumenten.

4. Zu nass. 55 Prozent des Baumarkt-Brennholzes ist zu nass. Es eignet sich daher nur ungenügend zum Heizen und müsste eigentlich noch ein Jahr getrocknet werden. Das direkte Verbrennen dieses Holzes führt vermehrt zu Rußbildung und kann sogar den Kamin schädigen.

5. Lichtblick. Ein Baumarkt zeigt, dass es auch anders geht. Dort wird ausschließlich heimisches Brennholz von regionalen Waldbauern verkauft. Die Transparenz für Kunden ist durch das Verkaufsmaß von einem Raummeter gesichert. Zudem gab es dort die günstigsten Preise des gesamten Store-Checks.