Ausgebrannter Reaktor von Fukushima
Die Katastrophe von Fukushima zeigte einmal mehr, dass Atomenergie keine Alternative zu fossilen Brennstoffen ist.
Brennende Bohrplattform
Die Explosion auf der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko im April 2010 zog Kosten von 42,7 Mrd. US-$ nach sich.
Vogel verendet im Erdöl
Die Folge war eine Umweltkatastrophe gigantischen Ausmaßes.
Beim Fracking wir Gas mit Hilfe von Flüssigkeit aus tiefen Gesteinsschichten gelöst. Auswirkungen zB auf das Grundwasser sind ungewiss.
Bild zeigt Kraterlandschaft verursacht durch Ölsandabbau
Ölsandabbau ist kostspielig und zerstört bisher unberrührte Naturlandschaften.

Gute Gründe
für die Energiewende

Die Art, wie wir derzeit Energie erzeugen und nutzen, führt uns in eine Sackgasse. Klima und Umwelt leiden, hinzu kommt die Abhängigkeit von kostspieligen Ressourcen aus politisch instabilen Staaten.

Klima braucht Schutz.

80 % des weltweiten Energiesystems basieren auf fossilen Quellen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle. Diese Energieträger verhalfen uns einst zur industriellen Revolution und zum technischen Fortschritt. Die Kehrseite: Verbrennen wir Öl, Gas oder Kohle, gelangen zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre  – vor allem Kohlendioxid (CO2), das hauptverantwortlich für den Klimawandel ist. Seit Beginn der Industrialisierung vor fast 200 Jahren hat die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre um rund 40 Prozent von 280 ppm (parts per million) auf über 400 ppm zugenommen.

Foto zeigt für das Klima streikende Schülerinnen und Schüler
Schulstreik für's Klima: Weltweit fordern Millionen junger Menschen von der Politik nachdrücklich Maßnahmen gegen die Klimakrise ein.

Lebensgrundlagen bedroht.

CO2 ist verantwortlich dafür, dass die Sonnenwärme auf der Erde wie in einem Glashaus zurückgehalten wird – der sogenannte Treibhauseffekt. Die Folgen der Erderwärmung sind drastisch: Der Anstieg der Meeresspiegel, Wirbelstürme, Überflutungen, Hitzewellen und Ernteausfälle bedrohen die Lebensgrundlagen in vielen Regionen der Erde. An erneuerbaren Energien führt daher kein Weg vorbei, wollen wir den CO2-Ausstoß in Grenzen halten: Im Jahr 2017 konnten in Österreich durch Einsatz von erneuerbaren Energiequellen ohne Großwasserkraft 16,64 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden – 11,8 Millionen Tonnen allein durch Biomasse und hier vor allem durch Wärme aus Holz. 

Abschied von der Atomenergie

Die Energiewende bedeutet auch den Ausstieg aus der Atomenergie. Bei der Erzeugung von Atomenergie entsteht zwar kein CO2, wohl aber bei Bau, Wartung oder Rückbau der Atomkraftwerke und beim Uranabbau. Für eine sichere Entsorgung der hochradioaktiven Abfälle gibt es weltweit keine Lösung. Die Verantwortung für den strahlenden Müll wird künftigen Generationen überlassen. Unberechenbar sind auch die Risiken von Reaktorkatastrophen wie jener in Fukushima oder Tschernobyl, wo eine Zone von 30 Kilometern um das Kraftwerk auf hunderte Jahre hinaus unbewohnbar geworden ist und die freigewordene Radioaktivität heute noch in unseren Lebensmitteln zu messen ist.

Knappe Ressourcen - riskante Förderung

Neben der CO2-Reduktion gibt es viele andere gute Gründe, aus der fossilen Energieabhängigkeit auszusteigen. Die Ölreserven der Welt stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Gleichzeitig zu den schwindenden Ölreserven steigt die Nachfrage nach Öl, größter Treiber ist die Petrochemie. In Österreich reichen die heimischen Vorräte für Erdöl und Erdgas bei derzeitiger Nutzung beispielsweise nur noch für acht Jahre. Die Förderung von Öl und Erdgas wird immer teurer, aufwendiger und risikoreicher. Die Umweltgefahren bei der Erschließung von Lagerstätten tief im Meer wurden bei der Explosion der Bohrplattform Deepwater Horizon 2010 und der darauffolgenden Ölpest im Golf von Mexiko offensichtlich. Der Abbau von Ölsand und die Gewinnung von Schiefergas durch Fracking (Engl. Aufbrechen) sind weitere Versuche, letzte Reserven anzuzapfen – mit bedrohlichen Auswirkungen auf die Umwelt.

Grafik zeigt den Ölpreisanstieg der letzten Jahrezehnte von ca. 20 US-Dollar pro Barrel auf über 100 US-Dollar
Der Ölpreis verläuft hoch volatil, in den letzten Jahren sorgt vor allem der schwelende Konflikt zwischen den USA und dem Iran für Preissteigerungen.

Importe reduzieren.

Die Ölimportkosten sind der große Preistreiber der europäischen Wirtschaft. Der Anstieg des Ölpreises hat auch für die österreichische Volkswirtschaft schwerwiegende Folgen. Österreich importierte 2017 rund 72% seines Energiebedarfs – überwiegend in Form von Erdöl, Erdgas und Kohle. Im Jahr 2017 betrug das Netto-Importvolumen für diese fossilen Energieträger etwa 8 Milliarden Euro, allein 4,7 Milliarden Euro entfielen auf Erdöl. Setzen wir auf erneuerbare Energien so nutzen wir Energie, die zu 99% im Inland erzeugt wird. Das stärkt die heimische Wirtschaft und macht uns unabhängiger von Öl- und Gasimporten.

Grafik: Österreich importierte 2017 Erdgas, Kohle und Strom um 8 Milliarden Euro, 4,7 Milliarden Euro entfielen auf Erdöl.
Das österreichische Außenhandelsdefizit für Erdöl, Erdgas, Kohle und Strom lag 2017 bei 8 Milliarden Euro – diese Gelder fließen zu einem großen Teil an politisch instabile Krisenstaaten.