Hackgut oder Hackschnitzel

Hackgut

Idealer Brennstoff für große Aufgaben.

Für Hackgut oder Hackschnitzel wird Holz maschinell zu wenige Zentimeter großen Holzstücken zerkleinert. Schwaches und qualitativ schlechtes Holz sowie das Kron- und Astmaterial werden zu Waldhackgut verarbeitet. Hackgut, das als Sägenebenprodukt anfällt, wird als Industriehackgut bezeichnet. Die kleinen Holzstückchen werden in vollautomatisch gesteuerten Verbrennungsanlagen verfeuert und garantieren ähnlichen Komfort wie ihre fossilen Konkurrenten Gas und Öl. Ein Nachteil: Lose geschüttet gelagert, benötigen sie doppelt so viel Platz wie Scheitholz. Typische Einsatzgebiete für Hackgutanlagen sind deshalb landwirtschaftliche und holzverarbeitende Betriebe, Gewerbebetriebe, Mehrfamilienhäuser, öffentliche Gebäude sowie Mikro- und Nahwärmeanlagen mit großem Wärmebedarf.

Kauf von Hackgut.

Hackgut wird auf dem Brennstoffmarkt lose geschüttet gehandelt. Ein Schüttraummeter entspricht, je nach Holzart, Größe und Wassergehalt, einer Menge von 250 kg bis 450 kg. Der Wärmegehalt pro Schüttraummeter schwankt zwischen 630 Kilowattstunden (kWh) und 1.100 kWh. Die Hackgutanlieferung erfolgt meist lose durch regionale Versorger. Neuerdings kann das Hackgut, ähnlich wie Holzpellets, auch ganz komfortabel in den Lagerraum eingeblasen werden.

Die Abrechnung in Schüttraummetern ist aufgrund der Mischung von Holzarten und Hackgutgrößen relativ ungenau. Sortenreines Hackgut kommt selten vor. Hackgut sollte aus diesem Grund nach Gewicht und Wassergehalt übernommen werden. Das exakte Liefergewicht ist einfach durch Auswiegen auf einer Brückenwaage zu ermitteln. Der Wassergehalt kann rasch mit marktüblichen Messgeräten bestimmt werden.

Größe und Wassergehalt.

Im Gegensatz zu Scheitholz bedient der Rohstoff Waldhackgut größere Biomasse-Heizsysteme. Während große Biomasse-Heizwerke auch „minderwertiges“ Hackgut energetisch verwerten können, kommt für kleine und mittlere Heizsysteme nur trockenes, qualitativ hochwertiges Hackgut in Frage. Faules, verschmutztes und modriges Holz sowie Abbruchholz oder Strauchwerk mit dünnen Ästen ist als Ausgangsmaterial für die Herstellung von hochwertigem Hackgut nicht geeignet. Diese Rohstoffe werden zu Hackgut minderer Qualität verarbeitet. Hackgut wird in verschiedenen Größen auf dem Markt angeboten:

  • Feinhackgut (G30) oder Hackschnitzel mit einer Länge von unter 3 cm ist für Kleinanlagen geeignet.
  • Mittleres Hackgut (G50) mit einer Länge von unter 5 cm fällt in Sägewerken an und wird in größeren Anlagen eingesetzt.
  • Grobhackgut (G100) mit einer Nennlänge von unter 10 cm wird in Groß- bzw. Industrieanlagen verbrannt.

Der Wassergehalt ist das wichtigste Qualitätsmerkmal, denn er ist ausschlaggebend für den energetischen Wert und die Lagerfähigkeit des Brennstoffs. Waldfrisches Hackgut hat einen Wassergehalt von über 50 % und kommt in größeren Fernwärmeheizwerken sowie in industriellen Anlagen zum Einsatz. Eine emissionsarme und effiziente Verbrennung wird durch Rauchgasreinigung  garantiert. Hackgut, das in kleinen und mittleren Anlagen verbrannt wird, muss auf einen Wassergehalt von unter 30 % getrocknet werden. Hackholz wird dafür über den Sommer zwischengelagert, bevor es gehackt wird. Bei niederschlagsreichen Sommermonaten empfiehlt sich eine Abdeckung des Hackholzes. Vermeiden Sie das Einlagern von Hackgut mit hohem Grünanteil, da sich Schimmel und Pilze bilden können. Am besten lagert man Hackgut in gut durchlüfteten, überdachten Hallen.