Wärme aus
Holz rechnet sich

Der Umstieg auf eine Holzheizung ist über die Jahre gesehen dank günstiger Brennstoffkosten eine lohnende Investition.

Heizen um die Hälfte.

Wer beim Heizen auf erneuerbare Wärme umsteigt, kann seine laufenden Kosten bis zu 50% senken. Die Anschaffungskosten für Biomasse-Heizsysteme liegen etwas über jenen von Ölkesseln. Während ein neuer Öl-Brennwertkessel inklusive Installation, Tank und Rauchfang 11.000 bis 15.000 € kostet, reicht die Preisspanne für moderne Pelletkessel einschließlich Installation, Rauchfangsanierung und Pelletlager von 17.000 € bis 20.000 €. Hackschnitzelheizungen, die es mittlerweile auch für den kleinen Leistungsbereich gibt, sind etwas teurer. Scheitholzheizungen sind bereits ab 10.000 € zu haben. Günstigere Brennstoffkosten gleichen die Mehrkosten bei der Anschaffung einer Biomasseheizung in der Regel nach einiger Zeit wieder aus. Bei einem Gebäude mit größerem Wärmebedarf wie z.B. einem Mehrfamilienhaus, kommunalen Gebäuden oder einem Gewerbebetrieb amortisiert sich die Anschaffung aufgrund des hohen Energiebedarfs noch schneller.

Jede vierte heimische Haushalt heizt mit Holz.

Über die samte Nutzungsdauer einer Anlage gerechnet er gibt sich somit ein enormes Einsparungspotenzial, umso mehr, als Holzheizungen von Bund, Ländern und einigen Gemeinden explizit gefördert werden. Jeder vierte heimische Haushalt setzt mittlerweile auf eine Holzzentralheizung. Kein Wunder – während der Preis für Erdöl oder Erdgas in den vergangenen Jahren gestiegen ist, blieb jener für Holzbrennstoffe vergleichsweise konstant. Sie sind vom Ölpreis weitgehend unabhängig, denn in Österreich genutzte Biomasse fällt zum Großteil als Nebenprodukt der heimischen Forst- und Holzwirtschaft an. Auch Scheitholz, Hackschnitzel und Pellets wurden zwar aufgrund der Nachfrage teurer, dennoch sind sie gegenüber fossilen Brennstoffen immer noch deutlich günstiger.

Bei der Erstellung eines individuellen Vollkostenvergleichs hilft der Online-Mehrwert-Rechner.

Grafik zur Preisentwicklung von Energieträgern seit 1998
Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen haben sich Holzbrennstoffe in den vergangenen Jahren als relativ preisstabil erwiesen.

Günstigste Heizung auch im Neubau.

Biomasseheizsysteme sind im Neubau auch hinsichtlich der Kosten eine hervorragende Option. Dies belegt ein Vollkostenvergleich für verschiedene Heizsysteme von Bioenergy 2020+, dem österreichischen Bioenergiekompetenzzentrum (Oktober 2014). Am günstigsten - nämlich um 14,91 Cent/kWh - heizt man mit einem Scheitholz-Kaminofen mit elektrischer Warmwasseraufbereitung. Die Wärmegestehungskosten einer Pelletsofen/Elektroboiler-Kombination liegen bei 18,17 Cent/kWh. Bei Sole/Wasser- sowie Luft/Wasser-Wärmepumpensystemen und bei Pelletszimmerkesseln liegen diese bei rund 19,5 Cent/kWh.

Top bei geringem Wärmebedarf.

Durch intensive Forschung und Entwicklung ist es den heimischen Herstellern gelungen, ihre Technologien an den geringen Wärmebedarf von Neubauten anzupassen. Für den Heizkostenvergleich wurde ein Einfamilienhaus (Neubau, Dreipersonen-haushalt) mit einem spezifischen Wärmebedarf von 50 kWh/m² betrachtet und die jährlichen kapital-, betriebs- und bedarfsgebundenen Kosten für die verschiedenen Heizungssysteme ermittelt. Der Heizwärmebedarf wurde mit 8.900 kWh/a und der Warmwasserbedarf mit 2.100 kWh/a angenommen.